Icefield Parkway – Klappe die Erste

Nach drei Tagen im Jasper National Park war es nun an der Zeit weiterzuziehen. Nach dem wir alle sieben Sachen im Camper verstaut und die übliche Routine an der Dumpstation erledigt hatten, mussten wir nur noch unsere Wasservorräte wieder auffüllen. Dabei ging leider einer der 4L-Kanister zu Bruch. Schon fürs morgendliche Kaffee-/Teekochen, sowie für die Saftschorle für unterwegs, verbrauchen wir täglich vier Liter Wasser. Das wir uns an die WHO Empfehlung für die tägliche Flüssigkeitaufnahme halten würden, wäre uns wohl zu Hause nie aufgefallen. Mit nunmehr 12 Litern Trinkwasser im Gepäck fuhren wir auf dem Highway 93 A Richtung Süden.


An der Gabelung, wo der Highway 93A auf den Icefield Parkway (Highway 93) trifft, war unser erster Stop gewesen – die Athabasca Falls!Dieser nur 23m hohe Wasserfall gehört sozusagen zum Pflichtprogramm eines jeden Icefield-Parkway-Besuchers, dementsprechend viele Touristen tummelten sich an den Fotospots.An diese Massenaufläufe mussten wir uns erst noch gewöhnen, ebenso an die zunehmende Parkplatzknappheit.Nach der Überwindung des Wasserfalls fließt der Athabasca River wieder gemächlich Richtung Norden, wo er in den Mackenzie River mündet. Wir hingegen machten uns in die entgegengesetzte Richtung auf zum nächsten Haltepunkt. Und wie könnte es anders sein, wieder ein Wasserfall 😉Hier der Sunwapta Lower FallFür gute Fotos muss man manchmal ganz schön nah am Abgrund stehen.So kann man sich auch seine Höhenangst abtrainieren.Beim Sunwapta Upper Fall sind wir allerdings nicht über die Absperrung geklettert wie manch anderer.Einigen von euch sind in den letzten Bildern bestimmt die roten Nadelbäume aufgefallen. Diese Färbung hat leider so gar nichts mit dem berühmten „Indian Summer“ zu tun, sondern es handelt sich um eine Baumkrankheit, die durch den Mountain Pine Beetle ausgelöst wird. Dieser Käfer frisst sich durch den Stamm von Kiefern, deren Nährstoffversorgung dadurch gestört werden. Zusätzlich erleiden die befallen Bäume häufig auch Pilzinfektionen, was schließlich unweigerlich zum Exitus führt. Das Haupttal im Jasper National Park ist sehr stark davon betroffen. Das betrifft somit auch den Icefield Parkway, denn obwohl wir bereits 54 km vom Touristenort Jasper entfernt waren, gehört dies alles hier noch zum gleichnamigen Nationalpark.Der Nationalpark endete auch noch nicht auf den nächsten 50 km, auf denen wir nun dem Sunwapta River quellaufwärts folgten.Dieser Fluss speißt sich aus den Gletscherwassern des Columbia Icefields. Dieses große Gletscherfeld erstreckt sich zwischen mehreren dreitausender Gipfeln, namentlich dem Mt. Columbia (3750m), dem Mt. Kitchener (3505m), dem North Twin (3733m) und dem Athabasca Gipfel (3493m), sowie vielen anderen hohen namenlosen Bergen.Wie es sich bereits in den vorherigen Bildern angedeutet hat, wurde die Sicht immer schlechter und die Temperaturen immer niedriger. Nach einer Steppvisite im Icefield Centre für kostenloses WiFi, leckerem Kuchen und einem mittelmäßigen Burger (nach Imres Aussage), machten wir uns noch einmal auf, der Gletscherzunge des Athabasca Glacier einen Besuch abzustatten.Leider war an dem Punkt, wo der Gletscher vor 13 Jahren geendet hat, bereits für uns Schluss. Für schlappe 90, – CAD hätten wir uns auch mit einem Spezialbus auf den schrumpfenden Gletscher fahren lassen können, um einmal auf dem Eis rumtrampeln zu dürfen (das war uns dann doch zu teuer).


An dieser Stelle auch einen herzlichen Dank an Juli und Flori vom Amerikareiseblog al-fin-del-mundo.blog für die vielen tollen Eindrücke auf ihrer Camperreise. Zwei echte Abenteurer!


Ab dem darauffolgenden Sunwapta Pass (2030m) ging es wieder einige Höhenmeter den Icefield Parkway bergab, ebenso mit der Sicht, dem Wetter im Allgemeinen und besonders mit Jessis Laune. Daher gibt es keine Bilder auf den nächsten 40 km bis zum Saskatchewan River Crossing. Dort entschieden wir uns den Icefield Parkway in Richtung Red Deer zu verlassen, in der Hoffnung, der trüben Suppe zu entkommen.Dies gelang uns auch teilweise. Immer dem Highway 11 folgend, fuhren wir am Abraham Lake und dessen beeindruckender Uferherbstfärbung entlang. Am David Thomson Campground endete unsere Reise für diesem Mittwoch Abend.

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