Erkundungstouren im Banff National Park (oder folge dem Schneemann)

Nachdem wir die Nacht auf dem Overflowparkplatz am Trans-Canada- Highway verbracht hatten, beeilten wir uns am nächsten Morgen schnellstmöglich ins Stadtzentrum von Lake Louise zu gelangen. Dort angekommen, besuchten wir, wie so oft, die Touristeninformation für die Verbindung ins World Wide Web und für die Wanderkarte dieser Gegend. Gegen 10:30 Uhr fuhren wir weiter zum Parkplatz am Lake Louise und mussten mit Entsetzen feststellen, dass dieser bereits voll war. Wir ergatterten noch einen der letzten freien Stellplatz am 700 m entfernten Ausweichparkplatz. Zur Hauptsaison sollte man dort wirklich auf die zahlreichen Shuttles ausweichen, die vom Campground und vom Overflowparkplatz aus die Touristenhotspots ansteueren.

Am See angekommen, war es gar nicht so leicht eine Kameraeinstellung zu finden, bei der keine anderen Menschen mit im Bild waren! Wir entschlossen uns, dem Massenauflauf am Ufer zu entkommen, indem wir zum 385 m höher gelegenen Lake Agnes aufstiegen. Der Schneefall der letzten Tage machte diesen Spaziergang aber zu einer rutschigen Angelegenheit, so dass wir uns bald Ice-Spikes für unsere Wanderschuhe wünschten.

Der erste Stop erfolgte nach 2,7 km am Mirror Lake.

Kurz darauf erreichten wir den Wasserfall am Lake Agnes, der als Fotomotiv auch bei vielen asiatischen Hobbyfotografen sehr beliebt war. Nach ein paar letzten Treppenstufen erreichten wir nach zwei Stunden Wanderzeit das Tea House am Agnes Lake.

Dort nahmen wir eine stärkende Brotzeit ein (mit sehr gutem Chai Tee) und beratschlagten über die weitere Tour.

Wir entschieden uns die Wanderung zu verlängern und einen anderen Rückweg zu wählen. Um das Tal von Lake Agnes verlassen zu können, mussten wir den nächsten Bergrücken namens Big Beehive (oben Bildmitte) mit zusätzlichen 135 Höhenmetern erklimmen.

Dabei passierten wir schmelzende Eiszapfen, was nicht ganz ungefährlich war.

Der Pfad zum Gipfel war steil und schmal, aber glücklicherweise noch nicht so glatt gestampft wie der vorherige zum Lake Agnes.

Oben angekommen, wurden wir mit einem atemberaubenden Ausblick auf Lake Louise und das Bow River Valley belohnt.

Der anschließende Abstieg erfolgte in einem wunderschön verschneiten Wald, wo uns auch nur noch wenige Wanderer entgegen kamen.

Hier begegneten wir auch Schneemann Nummer 2.

Danach spielten wir noch mit dem Gedanken, die Wanderung um den Gletscheraussichtspunkt „Plain of Six Glaciers“ zu erweitern. Doch der Tag war bereits weit vorangeschritten und wir hatten bereits 7 km Wanderstrecke hinter uns und nochmal 5 km vor uns. Daher stiegen wir schweren Herzens ans Seeufer hinab und waren gegen 18 Uhr auch wieder am Camper angekommen. Diesmal gelang es uns einen Stellplatz auf dem Lake Louise Campground zu sichern. Nach 25.700 Schritten und Spaghetti mit Käsesoße (Imres Kreation) fielen wir todmüde in unser Alkovenbett.


Der nächste Tag begann etwas später als sonst. Nachdem wir die Duschen und die Dumpstation genutzt hatten, mussten wir ein geschlagene Dreiviertelstunde am Trinkwasserhahn anstehen, da dies der einzig verfügbare Frischwasseranschluss auf dem gesamten riesigen Campingplatz war. Das Wetter hatte sich wieder eingetrübt und so beschlossen wir, das weggelassene Frühstück durch einen großzügigen Brunch im Mountain Restaurant zu ersetzen. Von dem extrem leckeren Quinoasalat schwärmt Jessica jetzt noch.Unser Tagesziel hieß Moraine Lake und zu unserer großen Freude, war die Parkplatzsuche diesmal kein Thema. Hier konnten wir mal wieder unsere Fähigkeiten im „Steine übers Wasser springen lassen“ testen (noch ganz brauchbar).Schließlich entschieden wir uns für eine leichte Wanderung zu den Consolation Lakes. Das Schotterfeld am Anfang der Route war eines der wenigen Hindernisse auf diesem Wanderweg.Nach 3 km hatten wir das Ziel dieser Tour erreicht. Das Geröllfeld am Rand des Consolation Lakes erkundete Jessica ohne Imre und es gelang ihr, zur Abwechslung mal, ohne Wasser im Schuh zurückzukehren.Leider blieb der Anblick des Quadra Glaciers hinter einer dicken Wolkendecke verborgen.Auf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Babel Creek und siehe da…wir fanden Schneemann Nummer 3!Auch dieses Schneehuhn ließ sich von uns, beim Picken, nicht stören. Zu guter Letzt stiegen wir noch auf eine Anhöhe direkt neben dem Moraine Lake…und uns verschlug es die Sprache. Ein solches Azurblau hatten wir noch nie bei einem See gesehen. Einige Tage später wurde uns berichtet, dass dieses Motiv vom Moraine Lake auf den alten kanadischen 20-Dollar-Scheinen gedruckt war. Wirklich nicht zu Unrecht! Danach hieß es Abschied nehmen von Lake Louise und wir setzten unsere Reise fort Richtung Osten. Wir folgten dem Bow Valley Parkway (bzw. Highway 1) und erreichten nach 60 km die Ausläufer der Stadt Banff.Am First Vermilion Lake legten wir noch eine kurze Fotosession ein, bevor wir uns zu unserem Übernachtungsspot im 30 km entfernten Canmore aufmachen. Unser Fazit zum Banff National Park: sehr sehenswert, manchmal echt überlaufen und auf jeden Fall nie langweilig!

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