Peter Lougheed Provincial Park und durch die Farmlands von Alberta

Am nächsten Morgen musste erstmal eine Ladung Wäsche gewaschen und getrocknet werden. Dafür wurde die Wäscherei (Laundry) auf dem hiesigen Campingplatz benutzt. Die Benutzung der Maschinen fiel im Vergleich zu dem Stellplatzpreis relativ günstig aus – mit insgesamt 2,25 $ für waschen und trocknen.

Danach besuchten wir als erstes wieder das Visitor Center. Diese Besucherzentren gibt es in fast jedem noch so kleinen Ort hier in Kanada und sie sind immer eine sehr gute erste Anlaufstelle. Dort gibt es immer eine kostenlose Karte der Region, freies WiFi und meist sehr freundliche Angestellte, die einem allerlei Tips zu Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im jeweiligen Ort und in der Umgebung geben.

Dort bekamen wir auch den Hinweis, dass es im Stadtzentrum von Canmore donnerstags einen Farmers Market gibt. Also besuchten wir diesen.

Auf dem Markt, umrahmt von einer fantastischen Bergkulisse, gab es allerhand zu entdecken. Als erstes probierten wir uns durch die Fressmeile und kauften uns dann noch frisches Obst und Gemüse, direkt von den lokalen Bauern. Von dessen Frische wir uns, durch kleine Kostproben, direkt vor Ort schon überzeugen durften. Zu unserem Erstaunen waren die Produkte hier sogar günstiger als in den bisher besuchten Super Stores.

An einem sehr stylischen Kaffee-Camper haben wir uns noch einen sehr guten Kaffee Latte gegönnt. Danach sind wir noch ein bisschen über den Markt geschlendert und haben das bunte Treiben dieser schönen Kleinstadt auf uns wirken lassen.

Danach ging die Fahrt mit unserem Truckcamper weiter durch das Kananski Country, wobei wir ein First Nations Reservat durchfuhren. Der nächste Stop für die Übernachtung war ein Campground im Peter Lougheed Provincial Park. Dort waren wir fast die Einzigsten.


Nach einer kühlen Nacht mit leichtem Schneefall fuhren wir zuerst wieder zum ortsansässigen Visitor Center. Dort haben wir uns ein paar Wanderrouten in dem Provincial Park empfehlen lassen.

Kurz darauf, als wir gerade ein wenig im Internet surften, kam der Angestellte des Besucherzentrums zu uns und berichtete, dass wir im hinteren Teil des Hauses Grizzlybären beobachten könnten. Wow, das erste Mal Bären in echt sehen und dann gleich Grizzlys. Also stürmten wir freudig in die hintere Lounge, wo auch schon ein Fernglas aufgebaut war, und schauten uns die Bären aus sicherer Entfernung an.

Zwei kleine und zwei große Grizzlys waren zu sehen und Imre versuchte ein Bild mit seinem Handy durch das Fernglas zu knipsen. Das was man oben sieht, ist dabei rausgekommen.

Ein älteres Ehepaar, welches wir jetzt erst so richtig bemerkt hatten, saß neben uns in der Lounge und hatte uns lächelnd beobachtet. Der Mann sprach uns an und so kamen wir mit ihnen ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass die Ausrüstung inklusive dem Fernglas, was Imre benutzte, ihnen gehörte. Doch sie nahmen es uns nicht krumm, zumal wir ihnen sagten, dass es unsere aller erste Bärensichtung in Kanada war. Von dem sympatischen kanadischen Rentnerpaar bekamen wir gleich noch allerhand Tipps für unsere Weiterreise mit auf dem Weg. Als wir uns schon von den Beiden verabschiedet hatten, fing uns die Ehefrau nochmal ab und schenkte Jessi zum Abschied noch einen Ansteckpin mit der kanadischen Flagge drauf. Seither trägt Jessi dieses Geschenk an ihrer Jeans.

Neben der Lounge gab es noch ein kleines, zwar etwas in die Jahre gekommenes, aber sehr liebevoll gestaltetes Museum in diesem Center. Dort konnte man außerdem einen echten ausgestopften Grizzlybären hautnah bewundern.

Ganz schön große Krallen haben diese Teddybären!

Dann fuhren wir zu einem, von dem Mitarbeiter des Visitor Centers empfohlenen, Wanderspot – den Ptarmigan Cirque Trail. Auf dem Weg dorthin hatten wir allerlei interessante Straßenverkehrsteilnehmer.

Langlauf – Olympioniken, die mit ihren Rollskiern auf dem Highway trainierten.

Der Mitarbeiter im Visitor Center beschrieb den Ptarmigan Cirque Trail mit den Worten „quite easy and good conditions“. Diese zweistündige Wanderung, auf der wir nur den Fußspuren unserer Vorgänger folgen konnten um auf Kurs zu bleiben, erwies sich als nicht ganz so „easy“ wie gedacht. Auf der Bergkuppe bließ ein eisiger Wind und der „Trampelpfad“, dem wir folgten, war in Wahrheit eine Snowboardspur der ersten Wintersportenthusiasten dieser Saison. Folglich fanden wir uns schnell in einer oberschenkeltiefen Schneewehe wieder. Nachdem wir uns wieder freigekämpft hatten, wurden wir schlussendlich mit einem schönen Panoramablick belohnt.

Zurück im Tal verließen wir den Peter Lougheed Provincial Park über den höchsten asphaltierten Pass Kanadas (Highwood Pass – 2206m) und fuhren in die Farmlands nach Longview.

Auch hier begegneten uns wieder interessante Teilnehmer am Rande des Highways.

Longview war eine Empfehlung des zuvor kennen gelernten Ehepaares, weil es dort das beste Beef Jerky der Welt gäbe. Wir deckten uns mit verschiedenen Geschmacksrichtungen ein – die Auswahl war wirklich sensationell – und alles direkt vor Ort zubereitet und von bestem Alberta Beef.

In der Prärie von Alberta gibt es sehr viele Rinder und ein paar kleine Ölfördertürme – sonst aber so gut wie nichts. Um dieses Stereotype perfekt zu machen, sahen wir ein paar echte Cowboys auf Pferden, die mit ihren Hunden eine Rinderherde zusammentrieben.

Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee und Kuchen in Longview, ging es weiter entlang des Highways 22 nach Calgary. Dort kamen wir am späten Nachmittag auf dem Calgary West Campground an.

2 Gedanken zu “Peter Lougheed Provincial Park und durch die Farmlands von Alberta

    1. Ja die Natur ist wunderbar und sehr abwechslungsreich. Nur zu empfehlen für Naturliebhaber. Köstlichkeiten gibt es viele, sei es in den Super Stores mit wirklich riesiger Auswahl oder in den vielen Bars und Cafés, die hier selbst in den kleinsten Orten zu finden sind.

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