Die ersten Tage auf Vancouver Island

Auf Vancouver Island fuhren wir am nächsten Tag von Nanaimo, am Ostufer der Insel, nach Ucluelet, an der Westküste. Für die Fahrt auf dem Hwy 4 mussten wir viel Zeit aufbringen, denn der Hwy ist sehr kurvenreich und an einer einspurigen Baustelle wartet man gut und gern mindestens eine halbe Stunde bis es weiter geht. Als ersten Zwischenstop wählten wir die Little Qualicum Falls aus.

Den zweiten Stop legten wir, wie vom Platzwart in Nanaimo empfohlen, im MacMillan Provincial Park ein. Genauer gesagt hielten wir bei der Cathedral Cove. Absolut imponierend waren hier die alten und riesigen Baumbestände. So bietet der Park zum Beispiel Bestände von Douglasien, die bis zu 800 Jahre alt sind und 85 m hoch werden können.

Es ist ein gigantischer Urwald und als wir vor der größten Douglasie des Waldes standen, war es ein sehr kolossaler Anblick. Dabei wurde uns bewusst, weshalb dieser Ort Cathedral Cove (Dom Bucht) heißt.

Außerdem gab es hier auch noch sehr eindrucksvolle Wurzeln zu entdecken.

Des Weiteren gab es mächtige ausgehöhlte Baumstämme, die einem super Unterschlupf vor dem Regen bieten könnten.

Die Nacht verbrachten wir auf dem Ucluelet Campground direkt am Hafen. Abends regnete es teilweise sehr heftig, was auf Vancouver Island häufiger vorkommen kann. Es gilt eben auch hier: kein Regenwald ohne Regen.


Am nächsten Morgen schloss der Himmel aber wieder seine Schleusen und die Rufe von Seelöwen hallten vom Hafen über den Campground. Imre ging zum Hafen, um eventuell einen Seelöwen vor die Linse zu bekommen. Alles was er sah waren allerdings wieder nur Rehe, welche sich beim Grasen nicht stören ließen.

Nach dem Frühstück fuhren wir zum wenige Kilometer entfernten Lighthouse Loop. Dieser 2,8 km lange Rundweg führt direkt entlang der Küste, ist ein Abschnitt des Pacific Rim Trails, und hält fantastische Ausblicke bereit. Zumal wir Glück hatten und sich die Wolkendecke aufzog.

Der Rundweg beinhaltet noch einen kleinen 300 m langen Interpretive Loop. Dieser ist eine Art Naturlehrpfad, welcher die typische Flora in den Sumpf- und Moorgebieten auf Vancouver Island lebendig dargestellt. Unter anderem gibt es hier Sonnentau (die fleischfressende Pflanze) und viele Moose, welche einen beachtlichen Anteil des Wassers speichern.

Wieder entlang des Lighthouse Loops gab es ein fantastischen Panoramaausblick, wie aus einem Piratenfilm. Irgendwo vor der Küste müssen auch einige Schiffswracke auf dem Grund des Pazifiks liegen, wie uns eine Infotafel verriet.

Auch hier gab es wieder einige skurrile Baumformationen zu sehen, welche durch die rauen Küstenwinde geformt wurden.

Da gerade Ebbe war, konnten wir noch ein wenig auf den schroffen Felsen herumlaufen.

Unsere Wegzehrung verspeisten wir an diesem schwarzen Kieselstrand, wobei die Möwen über uns einen gierigen Blick auf unseren Lunch warfen.

Dann setzen wir unsere Fahrt weiter Richtung Norden nach Tofino fort. Dabei legten wir noch einen kleinen Stop im Pacific Rim National Park ein, genauer gesagt am Combers Beach. Ein sehr malerischer und fast menschenleerer Strand.

An der Küste dort herrscht immer ein recht starker Wind, wodurch es ein Paradies für Surfer und andere Wellenreiten ist (natürlich nur im Neoprenanzug).

In Tofino steuerten wir zuerst das Visitor Center an, um uns eine Empfehlung für den Campground geben zu lassen, denn unserer bevorzugtes Domizil im Nationalpark war leider schon wegen Saisonende geschlossen gewesen. Diesen empfohlenen Campground fuhren wir als nächstes an, um uns einen Stellplatz für den Abend zu sichern. Denn in dieser sehr touristischen Gegend war selbst jetzt in der Nebensaison recht viel Andrang. Danach schauten wir uns im Küstenort Tofino um, auf der Suche nach einem Anbieter für eine Whalewatching Tour für den nächsten Tag. Nachdem wir alle vier Anbieter in Tofino abgeklappert hatten, konnten wir uns dann schlussendlich doch auf einen einigen. Das Problem war, wir wollten am nächsten Tag zurück über den Hwy 4 nach Nanaimo fahren und suchten deshalb nach einer möglichst zeitig am Tag stattfindenden Tour. Zum Abendessen haben wir uns dann, total geschafft, für Sushi entschieden.

Auf dem Campground haben wir es uns an dem Abend dann am Feuer gemütlich gemacht und Marshmallows gegrillt. Laut Anleitung auf der Verpackung haben wir die gegrillten Marshmallows auf ein Stück Schokolade zwischen zwei Keksen gelegt und dann gegessen. Diese süße Sünde nennt sich S’mores und ist verdammt lecker.

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