Vancouver Island – Regenwald, Murals und Totempfähle

Am Folgetag haben wir auf dem Campground in Ruhe gefrühstückt und hatten hier sogar die Möglichkeit, uns eine Kanne mit frisch gebrühtem Kaffee aus dem Office zu holen. Da es den gesamten Vormittag wie aus Kübeln geschüttet hatte, nutzten wir das Mistwetter um die anstehende Großladung Wäsche zu reinigen.

In der Zwischenzeit bekam Imre einen Anruf von der Whalewatching-Agentur, dass die Tour für den Nachmittag abgesagt wurde. Grund hierfür war die anhaltende rauhe See. Somit entschieden wir uns keine Zeit zu verlieren und uns auf den Weg in Richtung Victoria zu begeben, mit der Hoffnung, dort mehr Glück auf eine Whalewatching-Tour zu haben.

Mittlerweile hatte sich das Schietwetter zu einem windigen, aber trockenen Herbsttag gemausert. Deshalb wollten wir ein paar Zwischenstops bei diesem sonnigen Wetter einlegen. So war unser erster Halt an der Cox Bay. Hier konnten wir den Surfern zu schauen, die den ziemlich starken Wellengang ausnutzten. Jessi liebäugelte hier mit dem Gedanken, selbst einmal zu surfen.

Unser nächster Halt war am Rainforest Trail, welcher einen nördlichen und südlichen Rundweg besitzt. Wir gingen den südlichen Loop, der uns fast komplett über Holzplanken führte. Wir hatten das Gefühl, in die magische Welt eines verzauberten Regenwaldes einzutreten.

Hier gibt es riesige Baumstämme, über welche sich Moose wie Teppich gelegt haben und auf denen neue Bäume wachsen. Viele Flechten wachsen ebenfalls auf den Ästen und bilden somit eine Art hängender Garten.

Dann ging die Fahrt weiter über den Hwy 4 bis zu Baustelle, an welcher wir auf dem Hinweg schon lange warten mussten. Diesmal mussten wir sogar noch länger stehen bleiben und nutzten deshalb die Zeit um unser Lunchpaket zu vertilgen. Nach einer geschlagenen dreiviertel Stunde konnten wir dann endlich weiterfahren. Doch der Hwy hielt noch eine andere Überraschung bereit. An einer Stelle trat wegen dem vielen Regen ein Tümpel über die Straße, so dass wir mit Aquaplaning zu kämpfen hatten. Der Truck behielt jedoch die Spur sicher.

Auf der Weiterreise machten wir noch einen letzten Halt am Sproat Lake. Hier hatte der Herbst die Blätter prächtig eingefärbt und wir bekamen noch einmal ein paar Impressionen des Indian Summers zu Gesicht.

Die Nacht verbrachten wir im Rathtrevor Provincial Park auf einem sehr schönen Campground. Dieser wurde uns, am Vortag in Tofino, von einem Mitarbeiter der Whalewatching-Agenturen wärmstens empfohlen. Der Campground war sehr naturnah inmitten eines Waldes gelegen und hatte einen direkten Strandzugang.


Am nächsten Vormittag fuhren wir bei strömenden Regen nach Chemainus. Wir wollten uns die dortigen berühmten Murals (komplett bemalte Wände) ansehen. Zuerst waren wir aber auf dem örtlichen Parkplatz von den rot gefärbten Ahornbäumen beeindruckt.

Dann sahen wir uns bei anhaltendem Regen in dem Örtchen um und entdeckten auch einige Murals.

Trotz des schlechten Wetters ging es innerhalb der Stadt recht betriebsam zu. Das hing wohl hauptsächlich damit zusammen, dass an diesem Montag die Wahlen für das Federal Government (aka Bundestagswahl) anstanden.

Bei der dortigen Post erkundigen wir uns noch über die Preise für ein Paket nach Deutschland. Auch hier war die Angestellte wieder beispielhaft freundlich und nahm sich viel Zeit für uns. So hatten wir dann schließlich die richtige Paketgröße und den passenden Versandweg gefunden.

Zum Mittagessen gingen wir in ein Fitness Restaurant. Das war im Prinzip ein Fitnessstudio mit einem Restaurant vorne dran, welches aber auch Nicht-Mitglieder verköstigte. Die Essensauswahl war sehr gesundheitsorientiert und extrem lecker. Imre hatte nach seiner Aussage das beste Rührei – mit Salat, Avocado und Bohnenstampf – in seinem Leben und hätte der Köchin hierfür um ein Haar einen Heiratsantrag gemacht (kleiner Scherz).

So gestärkt konnten wir nun nach Duncan weiterfahren. Duncan ist für seine Totempfähle bekannt, welche über die gesamte Innenstadt verteilt sind. Wir gingen die Totem Tour, indem wir den gelben Fußspuren durch die Stadt folgten. Diese Fußspuren waren uns schon aus Chemainus mit den Murals bekannt.

Leider hielt der Regen an, aber wir waren ja mit unseren Ponchos und dem Regenschirm bestens gewappnet. Jessi posierte sogar noch vor einem Graffiti mit Vögeln, da ihr Poncho uns selbst ein wenig an ein Vogelkostüm erinnerte.

Zu jedem Totempfahl gab eine Beschreibung. Diese enthielt Details, welche Figuren/Tiere in das Holz geschnitzt worden waren, die Intension des Künstler hinter diesem Werk, sowie eine Kurzvita des Kunstschaffenden. Beispielsweise lassen sich in der unteren Bildcollage zwei Totempfähle mit Flügeln ausmachen. Das linke Bild zeigt die „Transformation of Man“. Auf dem rechten Bild wird der Totempfahl mit dem Namen „Pole of Wealth“ gezeigt.

Den dicksten Totempfahl der Welt – mit einem Durchmesser von 1,80 m – gab es hier auch zu bestaunen.

Nach einiger Zeit wurden wir auch immer besser darin, die einzelnen Figuren aus den Totempfähle herauszulesen.

Beispielsweise waren der Killerwal und der „Donnervogel“ sehr beliebte Schnitzelemente, wie man im unteren Bild an dem vorderen Totempfahl erkennen kann. Hierzu gibt es die indianische Legende, dass ein riesiger Killerwal vor der Pazifikküste alle Lachse daran gehindert haben soll, die Flüsse aufwärts zu schwimmen um zu leichen. Die Indianervölker des Westpazifik gerieten dadurch in Not, da es keine Lachse mehr zu jagen gab. Sie erbaten sich daraufhin die Hilfe des „Thunderbird“ , ein mystisches Wesen mit außergewöhnlichen Kräften, dass den Killerwal mit seinen Krallen aus dem Wasser hob und auf einem heiligen Berg verspeiste. Dadurch kehrten auch die Lachse in die Jagdgründe der Indianer zurück.

Nach Beendigung der Totem-Tour fuhren wir zurück zu unserem nächsten Campingplatz im Goldstream Provincial Park. Dieser Platz war unsere Wahl für die kommenden zwei Tage.

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