Máncora – Strandfeeling in Perus Norden

Auf dem Weg nach Lima hatten wir einen Flug mit Zwischenlandung in Los Angeles gebucht. Hierfür war es extra nötig, mindestens 3 Tage vorher, eine Einreisegenehmigung zu beantragen, auch nur für die Durchreise. Dies ging zum Glück online und kostete 14 US$. Dafür ist diese Genehmigung immerhin 2 Jahre gültig.

Nach dem Einchecken auf dem Flughafen in Vancouver erledigten wir zuerst die Gepäckabgabe und dann die üblichen Kontrollen. Dafür dass wir in den USA Zwischenlanden durften, mussten wir noch einmal eine extra Kontrolle über uns ergehen lassen. Dafür hieß es zum zweiten Mal Fingerabdrücke scannen lassen und Passkontrolle von einem US-Beamten. Der Flug nach Los Angeles dauerte von Vancouver zwei Stunden.

Bei der Landung konnten wir die Skyline von L. A. aus dem Flugzeug heraus fotografieren.

Der Flughafen von L. A. ist sehr groß und wir mussten einige Zeit laufen, um zum internationalen Terminal zu gelangen. Dort war die Wartezeit geprägt von vielen nervigen Durchsagen – teilweise von drei Sprechern gleichzeitig, welche sich furchtbar überlagerten. Wir fragten uns, ob diese Durchsagen wirklich noch zeitgemäß sind oder ob es nicht mittlerweile bessere Möglichkeiten gäbe, wie z. B. per Pushup Nachrichten aufs Handy. Nach langer Wartezeit ging unser Flug nach Lima mit LATAM-Airlines dann endlich los. Auf dem 8-Stunden-Flug war die Beinfreiheit sehr eingeschränkt, weshalb Imre nur extrem schlecht schlafen konnte. Immerhin war das Entertainment-Angebot auf den Bildschirmen am Fordersitz sehr gut. Es gab einige sehr aktuelle Filme zu schauen. Außerdem war das Onboard-Essen auch ganz ordentlich.

Um 8:00 Uhr Ortszeit (6:00 Uhr nach Pacific Standard Time in Vancouver und L. A.) kamen wir dann in Lima an. Der Flughafen war zu unserer Überraschung recht überschaubar. Dort bekamen wir nach dem Scannen der Fingerabdrücke dann auch die Stempel mit Einreisedatum in unsere Reisepässe. In Peru darf man sich nämlich ohne Visum für bis zu 90 Tage aufhalten.

Unsere Reise war hier noch nicht zu Ende und ging weiter per Inlandsflug nach Tumbes. Da wir diesen Flug extra gebucht hatten, mussten wir unser Gepäck abholen und danach erneut einchecken. Zu unserer Überraschung mussten wir dafür erstmal das Flughafengebäude komplett verlassen. Um es dann – umzingelt von unzähligen Taxifahrern – erneut zu betreten. Nach dem Durchlaufen des üblichen Prozedere war die Wartezeit am Gate dann schon recht knapp, so dass es nur noch für ein total überteuertes und nicht besonders gutes Essen ausreichte.

Der letzte zweistündige Flug nach Tumbes verlief für Imre sehr schnell, da er einiges an Schlaf nachholen konnte. Pünktlich gegen 13:00 Uhr Ortszeit kamen wir in Tumbes auf einem sehr kleinen Flughafen an. Die Gepäckrückgabe verlief sehr schnell und der vom Hotel beauftragte Taxifahrer wartete bereits auf uns.

Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Taxifahrt auch nochmal 1,5 Stunden dauern würde. Dadurch bekamen wir einen ersten Vorgeschmack darauf, wie weitläufig Peru ist. Die Taxifahrt verlief recht rasant immer entlang des Pan-American Highways. Was wir erschreckend fanden, war wieviel Plastikmüll teilweise am Straßenrand herumlag. Des Weiteren war das ständige Gehupe und Gebrülle der Verkehrsteilnehmer in den Städten für den Anfang äußerst gewöhnungsbedürftig. Wie wir nach und nach erfuhren, hupen in Peru Autofahrer und Mototaxis beim Überholen, vor Kurven mit schlechter Einsicht oder einfach zur Begrüßung. Viele Mototaxis ebenfalls um eventuelle Kundschaft auf sich aufmerksam zu machen.

Nach langer Reise kamen wir schließlich an unserem Hotel in Mancora an. Dort begrüßte uns Lisa, die sich bei uns als Voluntärin aus Deutschland vorstellte. Die Hotelanlage war sehr karibisch angelegt mit Mini-Pool und einer kleinen Hausbar. Auch unser Hotelzimmer war komfortabel und sehr groß.

Nach insgesamt fast 27 Stunden Reisezeit mussten wir dann erstmal eine große Mütze Schlaf nehmen.

Die nächsten Tage bekamen wir morgens immer unser Frühstück mit frischen geschnittenen Früchten, frisch zubereiteten Fruchtsäften, Eiern und Brötchen mit Erdbeermarmelade – immer Erdbeermarmelade. Was erstmal nicht schlecht klingt wurde nach mehreren Tagen aber recht einseitig. Das Vermieterpaar lernten wir auch gleich in den ersten Tagen gut kennen. Sie waren wirklich sehr hilfsbereit und immer gut gelaunt. So dass mit ihnen über die Zeit in Mancora einige nette Gespräche zustande kamen.

Die nächsten Tage waren wir bei schönstem Badewetter beinahe täglich am Strand. Der Sandstrand in Mancora ist sehr fein und das Meerwasser hat ganzjährig eine angenehme Badetemperatur. Die Wellen hier bieten optimale Bedingungen für Surfer und Kitesurfer.

Jessi nutzte die Chance und nahm in einer Surfschule einige Trainingsstunden mit persönlichem Trainer. Für 60 Soles (ca. 15 €) bekam sie hier 1,5 Trainingsstunden und konnte das Equipment für den Rest des Tages benutzen.

Bei den Haltungsnoten müssen wir noch einige Punkte abziehen ; Die Surflehrer benutzen eine Lehrtechnik, die es jedem Anfänger in der ersten Lehrstunde ermöglicht auf dem Brett zu stehen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl die Gewalt der Wassermassen hinter einem zu spüren und darauf zu reiten. Man fühlt sich, als würde man fliegen!

Vor der Küste Mancoras ankerten viele Fischerboote, bereit zum Auslaufen. Die Instandsetzung der Kutter wurde behutsam von den Einheimischen in der Nähe des Hafens vorgenommen.

Entlang des feinen Sandstrands konnten wir barfuß ewig weite Wanderungen unternehmen und auch wunderbar joggen.

Die Innenstadt Mancoras ist sehr belebt und bis in die Nächte hinein herrscht hier ein reges Treiben. Geprägt sind die Straßen von unzähligen Mototaxis, Verkäufern und Restaurantangestellten welche um Kundschaft werben.

Auch viele Straßenmusiker und Künstler beleben mit ihrem mehr oder weniger gelungenen Vorführungen oder Werken die Innenstadt. Nur in den Seitengassen geht es oft ruhiger zu.

Auch für Straßenkunst in Form von Grafittis scheinen sich hier einige Peruaner zu begeistern.

An einem Tag unternahmen wir eine kleine Wanderung zum höchsten Punkt Mancoras, an welchem ein imposanter Leuchtturm steht. Von hier aus hat man einen fantastischen Panoramablick über die gesamte Küstenstadt.

Kulinarisch hat Mancora auch einiges zu bieten. So konnten wir in über zwei Wochen an jedem Abend ein anderes Restaurant ausprobieren. Von den Restaurants mit ausländischer Küche waren wir etwas enttäuscht. Aber die Restaurants mit vorwiegend peruanischer Küche und Fusionsküche haben uns mehr als begeistert und das Essen war „muy deliciosa“. Ein Gedicht war z. B. die landestypische Ceviche, ein Gericht mit rohem Thunfisch, roten Zwiebeln, Koriander und einer würzigen Limonensoße. Uns läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen, wenn wir daran denken.

Am Strand gab es einige Strandverkäufer, welche aber nicht aufdringlich wurden. Mit einem freundlichen „no gracias“ unsererseits, gingen sie meist lächelnd ihres Weges. Einmal kauften wir dann doch für 3 Soles (umgerechnet ca. 0,75€) eine Kokosnuss mit sehr viel Saft zum trinken.

An manchen Abenden wurde am Strand von Einheimischen ein Feuer gemacht und zu Latinomusik getanzt.

Die Mototaxis sind Mopets mit 7 PS und einem Aufbau, um zwei bis drei Personen zu transportieren (bei den kinderreichen peruanischen Familien können es schon mal fünf Leute sein). Diese werden auch von den Peruanern zum Transport von Einkäufen oder sonstigen Dingen benutzt. Krasse Beispiele die wir sahen, waren Strandliegen oder 10m lange Eisenstäbe auf dem Dach. Die Eisenstäbe haben während der Fahrt ordentlich auf dem Asphalt gescheuert. Mit unserer STVO in Deutschland wäre das sicherlich nicht zu vereinbaren.

Am Abreisetag probierten wir die Fahrt in einem Mototaxi selbst aus. Es war ein aufregendes Gefühl.

Schließlich verabschiedeten wir uns vom Strandurlaub in Mancora und reisten weiter. Mit einem Fernreisebus ging es fortan in Richtung Süden nach Chiclayo.

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