Wanderung zum Gocta Wasserfall und auf den Spuren der Chachapoya-Kultur

Der nächste Tag begann mit einem großartigem Frühstück. Uns wurde reichlich Obst, Joghurt, Rührei, Avocados und frisch gebackenes Brot serviert.

Um acht holte uns Sheila ab. Sie war unsere Reiseleiterin für die nächsten 4 Tage. Mit einem Mototaxi fuhren wir auf einer steilen Geröllstraße bergauf zum Startpunkt unserer Wanderung. Zum Gocta Wasserfall waren es teils anstrengende 5 Kilometer, vorbei an Zuckerrohr- und Kaffeeplantagen.

Der Weg war geprägt von einigen Auf- und Abstiegen und die schwülwarme Luft brachte uns ziemlich ins Schwitzen. Die uns umgebende Flora ließ vermuten, dass wir uns in tropischen Gefilden befanden.

Immer wieder tauchte der riesige Wasserfall aus der Ferne vor uns auf.

Total verschwitzt kamen wir an dem 771 Meter hohem Gocta Wasserfall an. Wir beschlossen uns am Fuße des Wasserfalls zu erfrischen und zogen unsere Ponchos über. Am Ufer des Flusses konnten wir sehr nah an den Wasserfall heran gehen. Womit wir nicht gerechnet hatten war die steile Briese, welche im Flusstal wehte. Somit flatterten die Enden der Ponchos an uns nach oben und wir waren im Nu klatsch nass.

Danach machten wir uns auf den Rückweg und dabei kamen uns am Nachmittag einige Wanderer entgegen. Deshalb – meinte Sheila – sind wir so zeitig am Morgen los gegangen. Als wir wieder zurück in Cocachimba waren verabschiedeten wir uns fürs erste von unserer Reiseleiterin und gingen am späten Nachmittag noch einmal auf einen Tee bzw. Kaffee ins Dorf. Die jungen Damen, welche uns bedienten, wollten danach unbedingt ein Selfie mit uns machen. Wahrscheinlich waren wir für sie eine Art Kuriosität mit unserer Körpergröße und dem vergleichsweise hellen Teint. Danach deckten wir uns noch mit frischem Obst und ein paar Keksen im einzigen Lebensmittelgeschäft des Örtchens ein.
Am Abend servierten uns die Haushälterinen des Hotels eine riesige gefüllte und in Bananenblättern gebackene Forelle. Wir beide waren danach mehr als satt.


Am nächsten Morgen holte uns Sheila mit Michael (dem Fahrer) auch wieder gegen acht Uhr ab. An diesem Tag fuhren wir nach Karajia – einer Begräbnisstätte der Chachapoya-Kultur. Auf dem Weg dorthin hielten wir kurz und Sheila zeigte uns an einer versteckten Felswand original erhaltene Zeichnungen dieser Präinka-Kultur. Beliebte Motive waren zumeist heilige Tiere (wie Lamas) sowie spirituelle Ereignisse (wie der Kreislauf des Lebens).

Am Straßenrand gab es noch so einige hübsche Blumen und Baumwollpflanzen.

Bei der Weiterfahrt kamen wir an vielen Kartoffelfeldern vorbei und Sheila erzählte uns, dass es in Peru über 2000 Sorten von Kartoffeln gibt. Von gelben über Süßkartoffeln bis hin zu purpurnen Kartoffeln. Ein Traum für jeden Hobbyzüchter.

In Karajia besuchten wir nach einem Fußmarsch von 20 bis 30 Minuten die berühmten Sarkophagen. In diesen wurden vermutlich Fürsten der Chachapoya bestattet. Die Sarkophagen sind aus Lehm und Stroh modelliert und aufgrund des Klimas dort sehr gut erhalten. Die Sarkophage stehen unzugänglich Mitten in der Felswand und die heutigen Forschungen können noch nicht sagen, wie diese Grabstätten dort errichtet wurden oder wie die Mumien an diesen unzugänglichen Bereich befördert wurden.

Durch Erdbeben sind einzelne Sarkophagen zu Boden gestürzt und die Gebeine der Mumien wurden am Boden vom Fels gesammelt, da diese den Einheimischen als heilig gelten. Den Gebeinen werden auch heute noch kleine Opfergaben beigebracht, wie Bonbons oder Cocablätter.

Aus den rot- violetten Gesteinsschichten wurde schon vor 800 Jahren ein natürlicher Farbstoff hergestellt, der sich beispielsweise auch in den Sarkophagbemalungen der Chachapoyas wiederfinden lässt.

Und – werter Leser – könnt ihr die Sarkophage auf dem unteren Bild ausfindig machen?

Dann verließen wir Karajia und fuhren in die Stadt Chachapoyas. Dort kehrten wir in ein typisch peruanisches Restaurant ein. Da hatte Jessi das erste Mal Meerschweinbraten (Cuy) probiert und Imre hatte gebratenes Beef Jerky mit gebackenen Bananen, Yucca und Maisklösen.

Nach diesen kulinarischen Leckerbissen wurden wir wieder von Michael und Sheila abgeholt und fuhren nun nach Huancas. Dort gibt es zwei Canyons zu besichtigen: der Huanca Urco-Canyon und der Cañon del Sonche. Die Aussicht von hier oben in die Canyons hinunter war umwerfend.

In Huancas selbst besuchten wir eine 73-jährige Einheimische, welche uns ihr Können in der Töpferkunst vorführte. Sie hat das Töpfern mit über 50 Jahren Erfahrung wahrlich perfekt beherrscht und wir waren beeindruckt, wie schnell sie ein Gefäß nach dem anderen modellierte. In der gesamten Gegend beherrschen 90% der Frauen das Töpferhandwerk, wie uns Sheila verriet.

Der letzte Stop für diesen Tag galt einem Aussichtspunkt oberhalb von Chachapoyas, von dem wir die beständig wachsende Stadt gut überblicken konnten.

Für die nächsten Nächte wurden wir in einem Hotel in Chachapoyas untergebracht. Am Abend probierten wir noch ein Restaurant mit steinzeitlichem Interieur und Fusionsküche.

Ein Gedanke zu “Wanderung zum Gocta Wasserfall und auf den Spuren der Chachapoya-Kultur

  1. Es ist atemberaubend und die Alpen sind dagegen teilweise Miniaturen. Wunderschöne Natur.
    Das Essen ist ja immer traumhaft angerichtet.
    Da sieht man deutlich, mit wieviel Liebe und Können gekocht wird
    Richtig Klasse!!!!

    Gefällt 1 Person

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